Stabile Seitenlage: Anleitung in 5 einfachen Schritten
Die stabile Seitenlage ist die richtige Lagerung für bewusstlose Menschen, die normal atmen. Sie hält die Atemwege frei und lässt Erbrochenes oder Blut abfließen, statt in die Lunge zu laufen. Merksatz: Bewusstlos + Atmung vorhanden → Seitenlage. Keine normale Atmung → sofort Wiederbelebung.
Warum die Seitenlage Leben rettet
Bei Bewusstlosigkeit erschlafft die gesamte Muskulatur – auch die Zunge. In Rückenlage kann sie nach hinten sinken und die Atemwege verschließen. Dazu kommt: Die Schutzreflexe wie Husten und Schlucken fallen aus. Erbricht die Person, läuft der Mageninhalt ungehindert in die Luftröhre. Beides kann tödlich enden, obwohl das Herz noch schlägt. Genau das verhindert die stabile Seitenlage.
Vorher prüfen: Bewusstsein und Atmung
Bevor du lagerst, brauchst du zwei Antworten:
- Bewusstsein prüfen: laut ansprechen, an den Schultern fassen und leicht schütteln. Keine Reaktion? Dann ist die Person bewusstlos – ruf sofort den Notruf 112 oder beauftrage eine konkrete Person damit.
- Atmung prüfen: Kopf vorsichtig überstrecken (eine Hand an der Stirn, eine am Kinn), dann maximal 10 Sekunden sehen, hören, fühlen – hebt sich der Brustkorb, hörst und spürst du Atem an deiner Wange?
Atmet die Person normal → stabile Seitenlage. Atmet sie nicht oder nur schnappend → Herzdruckmassage beginnen.
Die 5 Schritte der stabilen Seitenlage
Du kniest seitlich neben der Person, die auf dem Rücken liegt:
- Naher Arm angewinkelt nach oben – den Arm auf deiner Seite rechtwinklig neben den Kopf legen, Handfläche zeigt nach oben.
- Ferne Hand an die Wange – die andere Hand der Person greifen und mit dem Handrücken an ihre dir zugewandte Wange legen. Deine Hand bleibt dort.
- Fernes Bein anwinkeln – das entfernte Knie aufstellen.
- Zu dir herüberziehen – am aufgestellten Knie die Person gleichmäßig zu dir auf die Seite drehen. Das oben liegende Bein bleibt angewinkelt und stabilisiert.
- Kopf überstrecken, Mund öffnen – den Kopf leicht nach hinten neigen, sodass die Atemwege frei sind, und den Mund zum tiefsten Punkt machen.
Merkhilfe für den Ablauf
„Winken – Wange – Knie – Drehen – Kopf“: Wer sich die fünf Handgriffe als kleine Wortkette merkt, hat sie im Ernstfall schneller parat.
Nach der Lagerung: dranbleiben
Mit der Seitenlage ist deine Aufgabe nicht beendet:
- Atmung immer wieder kontrollieren – mindestens jede Minute. Setzt die Atmung aus, drehst du die Person auf den Rücken und beginnst mit der Wiederbelebung.
- Zudecken – Bewusstlose kühlen schnell aus, eine Jacke oder Rettungsdecke hilft.
- Beim Betroffenen bleiben und dem Rettungsdienst beim Eintreffen alles berichten, was du weißt.
Häufige Fehler
- Zu zögerlich sein: Eine nicht perfekte Seitenlage ist immer besser als gar keine. Du kannst praktisch nichts falsch machen, was schlimmer wäre als Nichtstun.
- Atemkontrolle vergessen: Die größte Gefahr ist ein unbemerkter Atemstillstand nach der Lagerung.
- Kopf nicht überstreckt: Ohne freie Atemwege verliert die Lagerung ihren Sinn.
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Wann bringe ich jemanden in die stabile Seitenlage?
Wenn die Person bewusstlos ist, aber normal atmet. Atmet sie nicht oder nicht normal, beginnst du stattdessen sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Warum ist die stabile Seitenlage so wichtig?
Bei Bewusstlosen erschlaffen die Muskeln – die Zunge kann die Atemwege blockieren und Erbrochenes kann in die Lunge laufen. Die Seitenlage hält die Atemwege frei.
Auf welche Seite drehe ich die Person?
Die Seite ist grundsätzlich egal. Wichtig ist, dass der Mund zum tiefsten Punkt des Kopfes wird, damit Flüssigkeit abfließen kann, und dass die Atmung weiter kontrolliert wird.
