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Herzdruckmassage: So funktioniert Wiederbelebung Schritt für Schritt

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute: Drücke 100- bis 120-mal pro Minute, 5 bis 6 Zentimeter tief auf die Mitte des Brustkorbs – und höre nicht auf, bis der Rettungsdienst übernimmt. Der Rhythmus entspricht dem Song „Stayin' Alive“. Ohne Herzdruckmassage sinkt die Überlebenschance um etwa 10 Prozent pro Minute; mit ihr kannst du die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Herzstillstand erkennen

Ein Kreislaufstillstand zeigt sich an zwei Dingen:

  1. Keine Reaktion – die Person reagiert nicht auf Ansprechen und Anfassen.
  2. Keine normale Atmung – nach dem Überstrecken des Kopfes ist innerhalb von 10 Sekunden keine oder nur eine schnappende, röchelnde Atmung feststellbar.

Wichtig: Schnappatmung ist keine Atmung. Einzelne, unregelmäßige Atemzüge kurz nach dem Kollaps sind ein typisches Zeichen des Herzstillstands – nicht ein Zeichen von Leben. Im Zweifel: drücken.

Die Rettungskette: Prüfen – Rufen – Drücken

  1. Prüfen: Bewusstsein und Atmung kontrollieren.
  2. Rufen: Notruf 112 wählen – oder noch besser: eine konkrete Person laut damit beauftragen („Sie, rufen Sie den Notruf!“). Aktiviere den Lautsprecher, die Leitstelle leitet dich an.
  3. Drücken: sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

So drückst du richtig

  • Position: Die Person liegt auf dem Rücken auf hartem Untergrund. Knie dich seitlich daneben.
  • Druckpunkt: Handballen auf die Mitte des Brustkorbs (untere Hälfte des Brustbeins), zweite Hand darüber, Finger verschränken.
  • Haltung: Arme gestreckt, Schultern senkrecht über dem Druckpunkt – du drückst mit dem Oberkörper, nicht aus den Armen.
  • Tempo & Tiefe: 100–120-mal pro Minute, 5–6 cm tief. Nach jedem Druck den Brustkorb vollständig entlasten, ohne die Hände abzuheben.
  • Rhythmus: 30-mal drücken, 2-mal beatmen – wenn du beatmen kannst und willst. Sonst: durchgehend drücken.

Takt-Trick

„Stayin' Alive“ von den Bee Gees hat fast exakt 104 Beats pro Minute – den Song im Kopf mitzusingen hält dich automatisch im richtigen Takt.

Der Defibrillator (AED) – einfacher als du denkst

An vielen öffentlichen Orten hängen AED-Geräte (automatisierte externe Defibrillatoren) – in Bahnhöfen, Supermärkten, Sporthallen. Sobald eine zweite Person da ist, soll sie einen AED holen. Das Gerät erklärt sich selbst: einschalten, Elektroden aufkleben, Ansagen folgen. Der AED gibt nur dann einen Schock ab, wenn er wirklich nötig ist – du kannst damit nichts falsch machen. Die Herzdruckmassage läuft zwischen den Analysen einfach weiter.

Nicht aufhören – Ablösung organisieren

Herzdruckmassage ist anstrengend. Nach etwa 2 Minuten lässt die Qualität spürbar nach, ohne dass man es merkt. Sind mehrere Helfer da, wechselt euch alle 2 Minuten ab – möglichst ohne Unterbrechung. Gestoppt wird erst, wenn der Rettungsdienst übernimmt oder die Person wieder normal atmet und sich bewegt.

Die größte Hürde ist die Angst

Die meisten Menschen zögern nicht aus Unwissen, sondern aus Angst, etwas falsch zu machen. Die Wahrheit: Der einzige Fehler ist Nichtstun. Gebrochene Rippen heilen. Ein nicht durchblutetes Gehirn erholt sich nach wenigen Minuten nicht mehr. Jeder Druck zählt.

Wiederbelebung praktisch trainieren

Im Erste-Hilfe-Kurs übst du Herzdruckmassage und AED-Einsatz an der Übungspuppe – bis die Angst der Routine weicht.

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Häufige Fragen

Wie schnell und wie tief muss ich drücken?

100- bis 120-mal pro Minute und 5 bis 6 Zentimeter tief – kräftig in der Mitte des Brustkorbs. Das Tempo entspricht dem Song „Stayin' Alive“.

Was ist, wenn ich Rippen breche?

Rippenbrüche kommen bei korrekter Herzdruckmassage vor und heilen wieder. Ein Herzstillstand ohne Wiederbelebung endet dagegen tödlich. Drücken ist immer richtig.

Muss ich beatmen?

Der Standard ist 30-mal drücken, 2-mal beatmen. Wenn du dich mit der Beatmung unsicher fühlst, drücke ununterbrochen weiter – Drücken ist der wichtigste Teil.

Kann ich bei der Wiederbelebung etwas falsch machen?

Der einzige Fehler ist, nichts zu tun. Selbst eine unperfekte Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschance deutlich – ohne sie sinkt sie pro Minute um etwa 10 Prozent.